Weihnachtslied zu Pfingsten
- Dorle Rodríguez
- 28. Mai 2023
- 2 Min. Lesezeit
Heute, am Pfingstsonntag, waren wir bei einer Mini-Gemeinde zu Besuch, die die einzige christliche Kirche inmitten eines muslimischen Viertels ist. Die Mitglieder erzählen uns, dass sie ganz schön unter Druck stehen und auch eine Art Verfolgung erleiden. Manch ein Gottesdienstbesucher kommt deswegen auch nicht mehr. Die Nachbarn haben das Gemeindeschild umgekippt (jetzt steht es an der Wand gelehnt im Innenhof der Gemeinde). Man hat Steine geworfen und begonnen, die Hauswand kaputt zu machen. Ausserdem ist schon eingebrochen worden und im Inneren hat man vieles zerstört. Es ist echt NICHT EINFACH in so einer Umgebung Christ zu sein. Manch ein muslimischer Nachbar würde vielleicht gerne in den Gottesdienst kommen, aber da geht es hier um Leben und Tod. Wer aus einem muslimischen Hintergrund kommt, setzt sein Leben auf´s Spiel, wenn er Christ wird. Während wir Anbetungslieder und Lobpreis singen, hält ein muslimischer Mann auf seinem Fahrrad an dem Tor an und lauscht ein wenig mit Abstand. Die kleine Gemeinde gebraucht Mikros und Verstärker. Jetzt verstehe ich auch warum: So kann die Predigt und Botschaft auch in die näheren Häuser gelangen, ohne dass jemand sich in Gefahr begeben muss. Es ist sehr merkwürdig für uns, dass dann ein Weihnachtslied zu Pfingsten gesungen wird: "Herbei, oh ihr Gläub´gen". Pedro hatte schon (zu recht) vermutet, dass der Pastor ihn spontan bitten würde, zu predigen und so war er darauf vorbereitet. Er erinnerte die kleine Gruppe von Gläubigen daran, dass heute Pfingsten ist und wir also den Geburtstag der KIRCHE feiern. Im Anschluss an den Gottesdienst, trafen sich die Erwachsenen noch und die Frau vom Pastor bemerkte, dass sie seit Jahren keinen Besuch wie heute empfangen hatten. Ihre Augen füllten sich mit Tränen - meine auch - und ich ging hin und umarmte sie feste. Ich glaub, wir haben ihnen wirklich Mut gemacht - durch unsere simple Anwesenheit und Botschaft. Gerne werden wir in den nächsten Tagen wieder zu ihnen fahren, um sie bei Hausbesuchen zu begleiten oder bei einer Bibelstunde oder Gebetstreffen dabei zu sein.












Jemand hat uns einen wertvollen privaten Kommentar geschrieben, den ich nur unterstreichen kann:
"Ja, so kann es sein. Wir hatten sogar in S... einen Christen, dem man eine tote Eidechse in den Wasserkrug getan hat, weil er Christ war. Andererseits haben wir auch erlebt, dass Muslime mit angepackt haben, um die Schäden zu beseitigen, als die Kirche in Serekunda von Muslimen mit Steinen beworfen war.... Alles ist möglich."
Danke für diesen Kommentar und wir bitten um Entschuldigung, dass wir nur ein einseitiges Bild von den Muslimen (in dieser Situation) gezeichnet haben. Die Mehrheit der Menschen hier hat uns Christen (und andere Christen) sehr nett behandelt und sie sind fast immer sehr hilfsbereit.
Danke für diesen wichtigen Kommentar und Korrektur!