Gott sei Dank, wir sind gut in Basse angekommen, einer Stadt im Landesinneren von Gambia.
- Dorle Rodríguez
- 22. Mai 2023
- 3 Min. Lesezeit

Von Freitag auf Samstag haben wir immerhin 3h schlafen können, bevor wir mit 60 in den Bus stiegen, der uns nach Basse bringen sollte. Alles Gepäck wurde auf dem Bus verstaut. Auf unseren Sitzen kamen wir uns vor wie “Sardinen in der Dose”, aber alles hat seine Zeit (und die geht vorbei). Die Straße ist asphaltiert und der Bus hielt nur ein paar Mal, damit Leute aussteigen konnten. Oder auch einmal zur Polizeikontrolle, wo einige junge Leute gebeten wurden aufs Revier zu kommen und all ihr Gepäck wurde durchsucht. Reine Routinesache. Eigentlich sollte nach 3h Fahrt eine Art Frühstückspause eingelegt werden, die wurde aber gecancelt. Als dann jemand ausstieg, nutzten andere die Chance (ich auch), um in ein privates Haus zu gehen, direkt am Straßenrand, und dort die Toilette zu benutzen (das scheint hier normal zu sein!). Im Hinterhof ist ein einfaches Loch in der Erde und ca. 9 m2 “ummauert oder mit Bambus verkleidet. (Ich hab mal ein gestelltes Foto hochgefahren). Dann hupte der Busfahrer mehrmals, damit wir voran machen, denn die Fahrt sollte weiter gehen. Die Höchstgeschwindigkeit, die er an den Tag legte, war um die 160 km/h und ich dachte so bei mir: „Wenn jetzt wieder einige Esel die Straße überkreuzen, wie vorhin? Oder Kühe oder Ziegen... oder, wenn ein Reifen platzt? Aber, Gott sei Dank, sind wir heil angekommen. Die Hitze in Basse schlug uns wie eine heiße Wand entgegen, als wir aus dem Bus mit AC (Air Condition) ausstiegen: 43ºC. Der nigerianische Pastor holte uns ab und brachte uns zu unserer Unterkunft. Am Sonntag zogen wir unsere gambianische Kleidung an (ein Geschenk von unserer Begleiterin!) und Pedro predigte über das Licht Christi in uns. Inmitten dieser kleinen Gemeinde feierten wir Gottesdienst. Später verstanden wir, warum heute soviel Kinder da waren: Weihnachten im Schuhkarton! Heute waren wir Zeugen, wie im Mai die Kindergesichter strahlen. Auf den Fotos sieht man nicht so viele freudige Gesichter, aber wir haben sie gesehen. Dann gingen wir zum Missionshaus, wo der Pastor wohnt. Welch eine Hitze in dieser bescheidenden Hütte! Gott sei Dank für den Ventilator! Wir wurden eingeladen, “Banku” zu essen, eine Art Knödelmasse, die aus Reis und Mais gemacht wird und dazu Sardinen aus der Dose und gebratenen Fisch. Plötzlich sprang der Pastor auf und musste eine Ziege wieder rausschicken, die sich wohl auch mal unter den Ventilator legen wollte. In dieser Gemeinde könnte so einige Hilfe gebraucht werden, z.B. das dünne, gelöcherte Zinndach. Wenn die Regenzeit kommt, wird im Gemeindehaus alles nass und bei starkem Wind, wird das Dach weggefegt. Außerdem müsste man eine Mauer um das Gelände ziehen, denn das einst große Grundstück wurde wegen fehlender Mauer schon an andere Leute weiterverkauft und wenn einmal jemand seine (wenn auch kleine) Mauer gebaut hat, kann niemand mehr Anspruch erheben. Also hier liegt einiges im Argen. Uns macht die Hitze zu schaffen, nur vormittags und abends kriechen wir aus den Löchern. Wir sind das einfach nicht gewohnt. Die Stadt an sich wirkt ärmer als die Städte im Küstenbereich und mit dem Müll ist es viel schlimmer. Er wird einfach überall einfach hingeworfen. Ich kann nicht verstehen, dass das niemanden stört, aber so ist das wohl, oder man hat aufgegeben und sich dran gewöhnt. Der Pastor hat kein Auto, er geht viel zu Fuß. Also echt, um hier Pastor zu sein, braucht man erst recht einen Ruf Gottes, um das auszuhalten. Dieser Pastor ist seit ca. 9 Jahren hier. Hut ab!













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