Gespräch auf dem Sofa und Geld für Geschenke
- Dorle Rodríguez
- 2. Juni 2024
- 2 Min. Lesezeit
Nachdem wir eine SD-Karte (mit Anbetungsmusik, Filmen und Geschichten aus der Bibel) verschenkt hatten, bekam die 2. gestern unsere junge Helferin. Als ihr Arbeitspensum in den Apartments geschafft war, lud ich sie auf unser Sofa ein, um kurz zu erklären, wie sie die Karte im Handy nutzen kann. Leider wusste ich nicht, dass sie zu den Menschen zählt, die überzeugt sind, dass Musik nur außerhalb der Mosche gespielt werden darf. Für sie ist jegliche Musik in Zusammenhang mit Gott und erst recht mit dem Gebet verboten! Sie kann nicht verstehen, dass wir Lobpreis mit Instrumenten machen. Wir öffneten dann einen der Filme über das Leben Jesu und sahen den Engel Gabriel, wie er Maria die Geburt Jesu ankündigt. Das kam ihr bekannt vor. Wir hörten auch den zentralen Vers der Bibel: „Denn Gott hat die Menschen so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn für sie hergab. Jeder, der an ihn glaubt, wird nicht zugrunde gehen, sondern das ewige Leben haben” (Johannes 3, 16). “Wie kann Gott denn einen Sohn haben?” fragt sie entrüstet. Daraufhin habe ich versucht zu erklären, dass Jesus kein biologischer Sohn ist, sondern dass Gott sich selbst so vorstellt: Vater, Sohn und Heiliger Geist – 3 „Personen“ und doch nur EIN Gott. Ich kann mir denken, dass ihr das alles “spanisch” vorkam; sie hat ja ihr ganzes Leben lang etwas anderes über Gott gehört. Trotzdem ging sie mit der Karte im Handy nach Hause und ich hoffe und bete, dass sie sich noch einige Geschichten anhört und auch den Jesusfilm (nach dem Lukasevangelium), der auch auf der Karte gespeichert ist. Ich kann niemanden überzeugen, aber ich bete, dass Gott sie anrührt, damit sie durch den Glauben an Jesus gerettet wird.
Heute waren wir im Gottesdienst und nach der Predigt durfte jeder nach vorne kommen, der freiwillig seinen “tithe”, den Zehnten abgeben wollte. Diese Menschen hoben dann ihren Briefumschlag mit dem Geld hoch und die Gemeinde betete für sie. Uns hat diese Praxis an das Alte Testament erinnert, wo die Juden mit ihren Opfergaben zum Tempel kamen, um sie dort abzugeben. Danach wurden alle Geburtstagkinder nach vorne eingeladen, die im Mai Geburtstag hatten. Auch für sie wurde gebetet und jeder bekam eine Karte mit einem Geburtstagsgruß. Im Anschluss an den Gottesdienst setzten sich einige Männer in einen Sesselkreis und die Frauen in einen anderen. Kurzes Männer – und Frauentreff, einmal im Monat. Jede Gruppe hatte ca. 15 Teilnehmer. Die Frauen diskutierten lautstark darüber, wieviel die Gemeinde für ein Hochzeitsgeschenk ausgeben sollte, oder wenn ein Kind geboren wurde. Man einigte sich dann auf 5.000 Dalasi (fast 70 €), wenn ein Paar in der Gemeinde heiratet und 2.000 Dalasi (fast 30 €) für eine Familie der Gemeinde, wenn ein Kind geboren wird. Das ist unglaublich, wenn man erfährt, dass eine Reinigungskraft weniger als 50 € im Monat verdient. Das bedeutet ja, dass die Gemeinde ein Hochzeitsgeschenk macht, das fast 2 Monatsgehältern gleichkommt! So was haben wir in Europa nie gesehen! Die Männergruppe sprach über den kommenden Vatertag, am 16. Juni, und es wurde auch das Thema über die Rolle des Vaters in der Kindererziehung angesprochen.








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