Ein Spaziergang zum Gambiafluss
- Dorle Rodríguez
- 24. Mai 2023
- 3 Min. Lesezeit
Am Morgen gehen wir ca. 2 km in die Stadt von Basse, um einige frühere Bekannte und Freunde unserer Begleiterin in ihren kleinen Geschäften zu besuchen. Da kommen wir an einer Mini-Tankstelle vorbei, und es geht weiter in Richtung Markt. Guckt Euch mal ganz genau die Schrift auf den Rucksäcken an :-). Die meisten Nebenstrassen sind sandige Wege. Da die Temperaturen langsam in die Höhe gehen, juckt meine Nase und ich hab das Gefühle, viel Staub zu schlucken, die Füsse sind schnell schmutzig, ich schwitze ständig. Inzwischen ist es völlig normal, Kühe und Bullen auf der Strasse zu sehen, genauso wie Hunde, Hühner, Ziegen, Schafe und Esel. Alle Tiere laufen meist frei rum. Wir kommen zum Fluss Gambia und geniessen die angenehme Brise, mit Blick auf die grosse Basse Brücke, die von den Chinesen erbaut wurde. Ein ander Mal wollen über die Brücke gehen und dort, auf der anderen Seite des Flusses, Menschen besuchen. Wir könnten hier noch länger stehen, aber es ist Essenszeit und wir fahren in einem Tuktuk zurück. Heute gibt es das typisch gambianische Gericht: "DOMODA", eine pikante Hühnchen- oder Rindersauce mit Reis. Ich hab´s nicht gerne scharf, aber für die AC-gebeutelte Nase voller Staub ist es ok. Wir ruhen ein wenig aus und laufen wieder in Richtung Stadt, diesmal, um bei einen Filmabend (über das Leben Jesu Christi) unter freiem Himmel dabei zu sein. Alles mit ganz einfachen Mitteln: Eine kleine Leinwand wird in den Baum gehängt, dann noch ein Megaphon und Lautsprecher und ein kleiner transportabler Beamer. Es finden sich 60-70 Personen ein. Sie bringen ihre eigenen kleinen Holzbänke oder Sitzgelegenheiten mit. Andere schauen und hören aus der Ferne zu. Viele Kinder ... aber als der Name JESUS ausgesprochen wird, kommen einige Mütter oder Eltern, um ihre Kinder nach Hause zu holen. Andere kommen vorbei und bleiben. Es ist interessant, dass man diese Veranstaltung in diesem Viertel öffentlich organisieren kann, weil eine Kirche in der Nähe ist. In den Vierteln mit einer Moschee wäre so ein christlicher Abend nicht denkbar. Leider befinden wir uns genau an einer sandigen Strasse, wo die vorbeifahrenden Motorräder viel Staub aufwirbeln. Ich muss mir ständig die juckende Nase schnäuzen. Nach diesem echt guten Film, mit klarer Botschaft, bekommt jedes Kind noch ein mini Jojo oder Luftballon oder Bonbon. Am nächsten Tag haben wir die Möglichkeit, um 8h morgens, vor Schulbeginn, 15 Minuten zu den Kindern einer privaten christlichen Grundschule zu sprechen. Wir laufen 1,1 km mit dem Pastor und Begleitern. Die Kinder stehen in Reih und Glied, je nach Klasse, die Lehrer sind dabei. Der Direktor spricht zu den Kindern, dann gibt es ein gemeinsames Gebet und die Nationalhymne von Gambia wird gesungen. Wir werden den Kindern vorgestellt und Pedro redet zu ihnen über den "Backway" (Hintereingang). So nennen die Gambianer ihre gefährliche Reise in den kleinen Booten Richtung Europa, wo sie das Paradies vermuten. Pedro betont, dass der "Backway" keine Lösung ist, sondern dass sie weiter lernen sollen und in ihrem Land einen guten Beruf anstreben sollen. Ich vervollständige seine "Botschaft" mit dem kurzen Gleichnis vom Verlorenen Sohn. Die Lehrer bedanken sich bei uns für unsern Besuch. Den Rest des Tages, obwohl wir andere Pläne hatten, verbrachten wir in der Unterkunft mit AC, da die Temperaturen wieder auf 43 Grad stiegen. Es passte wunderbar, dass wir unsere Mitbewohner kennenlernten: Ein portugiesisches Ehepaar, das in Deutschland lebt. Mit ihnen haben wir den Tag verbracht.














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