Ein Sonntag in Madiana
- Dorle Rodríguez
- 4. März
- 3 Min. Lesezeit
Tag 49 – Mittwoch, 4. März
Wir haben bereits die 2. Hälfte unseres Gambia Aufenthalts erreicht.
Am vergangenen Sonntag waren wir in der Madiana Gemeinde, die ein wenig abseits der mehr bevölkerten Zivilisation liegt. Unser Weg führte uns durch eine Mini-Ortschaft: Madiana. Man kann beobachten, dass neue Häuser gebaut werden, auch in der Nachbarschaft des Gemeindehauses. Vor 2 Jahren waren wir das letzte Mal in dieser Kirche und die Straßen waren damals noch nicht asphaltiert. Inzwischen sind es nur noch ca. 2 Kilometer auf sandigem Lehmboden, den der Minibus von Pastor Leon durch alle Schlaglöcher „stöhnt und ächzt“.

Super pünktlich holt uns der Pastor ab. Mit ihm fahren seine Frau, Tochter und Sohn und „auntie“ Vida. Unterwegs sammeln wir noch mehr Mitfahrende auf und sie nehmen im “van” Platz.

Wo die sandige Straße beginnt, hat der Pastor an eine unverputzte Mauer einen weißen Pfeil gemalt mit den Worten “dies ist der Weg”.

Dann ist es wie bei einer Schnitzeljagd. Wir halten Ausschau nach weiteren Pfeilen an den Mauern oder Ringen an Bäumen, bis wir schließlich gut ankommen. Vor über 15 Jahren begann der Pastor mit seiner Familie den Bau dieser Kirche, die schätzungsweise Raum hat für 100-150 Personen. Vor dem Gebäude gibt es einen eigenen Brunnen.

Hinter dem Gebäude eine Toilette ohne Wasser, die blickgeschützt ist durch einige Wellbleche. Im hinteren Bereich des Grundstücks steht der Rohbau einer Schule, die seit 2 Jahren nicht weitergebaut wurde, wie wir erkennen, aber ein Sandberg und ein Kieshügel deuten darauf hin, dass es bald weiter geht. Es mangelt nur an einigen Säcken Zement. Erstaunlich ist, dass die muslimischen Nachbarn damals Zementsäcke spendeten, um die Kirche fertig zu stellen. Jahre später entstand dann, ca. 50 Meter weiter, eine kleine Moschee. Allerdings gerieten die muslimischen Gläubige in Streit untereinander und bevorzugten es, in andere Moscheen zu gehen. Zurück geblieben ist ein kleiner Rest von Moslems, die sich in der unfertigen Moschee versammeln. Irgendwie erinnert mich diese Geschichte an den Turmbau zu Babel.

Der Gottesdienst in Madiana gefällt uns, da er eher “europäisch” (ruhiger) gehalten ist. Der Pastor redet normal in seiner Predigt, schreit nicht. Der Lobpreis, von einer jungen Frau geleitet, ist einfach und wird nur von einem Schlagzeug und Congas begleitet. Die Kinder treffen sich mit der Tochter des Pastors für ihren eigenen Gottesdienst an einem anderen Ort und kommen nur zu den Liedern in das Gemeindehaus.

Wir sollen hinter der Predigtkanzel Platz nehmen und werden eingeladen, mit dem Pastor am „heiligen Tisch“ zu stehen, wie er es nennt, um gemeinsam das Abendmahl zu feiern. Pedro soll ein Gebet sprechen und mir wird die Aufgabe übertragen, später für die Kollekte zu danken.
Bisher war es in jeder Gemeinde der gleiche Segen, der zum Ende des Gottesdienstes gesprochen wurde und meist leitet der Pastor mit folgenden Worten ein:: “Shall we say the grace” – und dann stimmen wir alle in die Bibelworte mit ein: “ „Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen!“ 2. Korinther 13; 14
“Surely....” - “Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang, und ich werde bleiben im Hause des HERRN immerdar.“ Psalm 23; 6
Kommenden Freitag wollen wir in das Nachbarland Senegal reisen. Dort befindet sich eine weitere Gemeinde des gambischen Baptistenbundes. Vermutlich sind wir 5 Reisende in einem kleinen Nissan. Wir warten noch auf einen Brief, der uns eine problemlose Durchfahrt gewähren sollte. Bitte, betet auch für diese Reise, die eine Bootsfahrt zu einer Insel beinhaltet, wo sich ein Missionspunkt mit ein paar Gläubigen befindet.





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