Besuch in der Basse-Gemeinde
- Dorle Rodríguez
- 25. Feb.
- 4 Min. Lesezeit
Tag 41 – Dienstag, 24. Februar
Wir sind wieder zurück an der Küste. Vielen Dank für alle, die für diese Reise gebetet hatten. War es gefährlich? Tja, wie man´s nimmt. Wenn der Bus mit ca.130 km/h (134 war die Höchstgeschwindigkeit gestern) über die asphaltierte Straße prescht, obwohl theoretisch in jedem Augenblick eine Herde wilder Affen über die Straße rasen kann … Ja, gefährlich in diesem Sinne, denn viele Tiere laufen hier in den Dörfern frei rum: Kühe, Ziegen, Schafe, Esel, Hunde - in Basse sogar Pferde. Wir hatten auch wieder ein wenig Magen-Darm-Probleme, aber inzwischen geht es wieder ziemlich gut. In Basse selbst, plagten uns die Mücken mehr, vermutlich wegen der höheren Temperaturen im Inland. An einem Tag waren es 44ºC – und das im Februar! Aber, Gott sei Dank, schwollen die Stiche nicht an und – bis auf eine Nacht- ließen sie uns schlafen. Weitere Information gibt es unter den folgenden Fotos, um zu erklären, was wir in Basse gemacht haben.


Wir warten um 5:30 Uhr morgens darauf, das unser Name auf der Liste aufgerufen wird und sich die Bustüren für uns öffnen. Um 6 Uhr soll es losgehen. 6 Stunden Fahrt für ca. 400 km. Gott sei Dank ist der Bus mit Klimaanlage ausgerüstet. Am Vortag wurden pro Person 7 € kassiert.

Gegen 13 Uhr erreichten wir Basse und vom Markt aus ging es per Tuktuk zu unserm Apartment.


Am nächsten Morgen, um 8 Uhr, liefen wir ca. 2 Kilometer zu einem großen Grundstück (120x80m), das der Basse-Gemeinde gehört. Hier soll eine Berufsschule entstehen, aber mangels Geld konnten sie bisher noch nicht mal einen Zaun um das Land ziehen. Mit Spenden aus La Palma kann die Gemeinde nun weitere Schritte tun und das Grundstück sichern. Vielen Dank, La Palma Gemeinde (Spanier und Deutsche)!

Die allgegenwärtigen Geier. Verschiedene Arten. Flügelspannweite ca. 2 Meter

Am Abend trafen wir uns mit den Ältesten der Basse-Gemeinde, um über die aktuelle Situation zu sprechen und ihnen Mut zu zusprechen, weiter konkrete Schritte zu tun.

Die Frauen in der Küche des Apartments waren nicht sehr willig, uns ein Frühstück zu bereiten, während sie sich doch in der Fastenzeit (Ramadan) befinden. “Wir haben kein Brot.” – “Ok, dann möchten wir gern Rühreier bestellen”. – “Wir haben auch keine Eier”. Als die Apartmentleitung von der Situation Wind bekommt und die “Küche” zur Rede stellt, schauen wir plötzlich in freundliche Gesichter, die uns Brot und Rührei servieren. Anstelle von Servietten bekommen wir Klopapier gereicht.

Der sonntags Gottesdienst beginnt um 10 Uhr. Mit Vida hatten wir uns abgesprochen, die gleiche Kleidung zu tragen. Es hat uns gefreut, dass der Verantwortliche, Peter, “zufällig” auch mit dem gleichen Hemd erschien und wir schossen ein Erinnerungsfoto.

Der Lobpreis ist „afrikanisch“. Baby Ibrahim hält ein Schwätzchen mit Schwester Vida.

Pedro wird gebeten, die Predigt zu halten.

Zum Ende des Treffens hin, werden noch neue Ämter gewählt. Leitung für die Frauen-, Männer und Jugendgruppe. Wir beten für sie.

An diese gefährliche Art des Transports haben wir uns einfach noch nicht gewöhnt.

Ein Tuktuk bringt uns wieder ins Apartment, um uns umzuziehen. Der Fahrer hat vorne in der Mitte einen Aufkleber, auf dem steht: „Allah ist einer“. Ich nutze die Gelegenheit, um ihm zu sagen, dass dieses Handsymbol von vielen erkannt wird als “Jesus Christus- der einzige Weg”. Er antwortet mir, dass er das auch schon gehört hat. Der junge Mann ist interessiert und möchte mehr hören. Ich erzähle ihm, dass Jesus (den die Moslems nur für einen Propheten halten) von sich gesagt hat: “Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben” und ich lade ihn ein, dass er zu Gott beten kann, um sich ihm persönlich zu offenbaren. Z.B. „Jesus, zeig mir, ob du mehr bist als ein Prophet”. Der Fahrer lächelt und versichert mir überzeugend: „Das werde ich machen, ich werde ihn bitten, dass er sich mir zeigt“. Bitte, betet für ihn, er heißt Swoe.

Am Nachmittag fahren wir zum Bruder “Evangelist”. Er führt uns in sein Schlafzimmer (größter Raum), wo er sich mit Frau und Kindern und einer Verwandten, die zu Besuch ist, auf das Ehebett setzt und die wenigen Stühle davor stellt, damit wir Platz nehmen. Wie froh er über unsern Besuch ist! Er erzählt uns aus seinem Leben: Seine erste Frau verließ ihn mit den Kindern, als er vor 18 Jahren anfing, Jesus Christus nachzufolgen. Zu stark war der soziale Druck. Nach einigen Jahren heiratete er eine Christin und sie haben nun 2 Kinder. Stolz zeigt mir die Frau ihr Neues Testament in der Fula-Sprache. Ich suche Johannes 3, Vers 16 und lese einfach mal laut drauf los. Sie lachen, wegen meiner Aussprache, stimmen aber mit ein und wir beenden den Vers gemeinsam. Sie haben also verstanden!

Am Tag unserer Rückreise treffen wir Peter und einen der Ältesten der Basse-Gemeinde, um die Spendengelder für den Zaun bei der Bank einzuzahlen.

Wir gehen zur Tuktuk Endstation, um zum Busbahnhof gebracht zu werden.

Noch ein letztes Bild für heute: Leider sieht man das sehr oft, dass junge Männer auf oft hochbeladenen LKWs mitfahren und das bei hohen Geschwindigkeiten.





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