Bald ist Tobaski
- Dorle Rodríguez
- 14. Juni 2024
- 2 Min. Lesezeit
Tobaski oder Tabaski, ein Fest, auch bekannt unter dem Namen Eid Al-Adha, wird am kommenden Sonntag von der muslimischen Bevölkerung gefeiert. Dies Fest fällt zusammen mit der Pilgerreise nach Mekka, die jeder Muslim zumindest einmal in seinem Leben antreten sollte, wenn er es sich leisten kann. Tobaski ist ein wichtiger Feiertag und in jeder Familie wird ein Widder geschlachtet (wer ihn sich nicht leisten kann (ca. 275 €), kauft zumindest eine Ziege oder ein kleineres Tier). Viele verschulden sich, damit keine Schande über die Familie kommt. Der Kauf des männlichen Schafes kommt mehreren Monatsgehältern gleich. Heute liefen wir zu Fuß zur Schule und sahen am Straßenrand hunderte von Schafböcken, die schon seit Tagen zum Kauf angeboten werden. Ein Junge kam auf uns zu: “Wollt ihr eins kaufen?“ Ich antwortete ihm: „Nein, danke, wir feiern kein Tobaski, wir sind Christen. Aber sag mir mal, warum feiert ihr eigentlich Tobaski?“ Der Junge wusste nicht, was er antworten sollte. Ich half ihm, sich zu erinnern: „Ist dies Fest nicht, weil Abraham seinen Sohn Ismael opfern wollte, und Gott hat anstelle des Sohns ein Tier geschickt, so dass der Sohn frei war?“ – „Ja, genau, das ist es“, sagte der Junge. Ich sprach weiter: „Ihr sagt, dass es sich um Ismael handelt, aber in unserm Heiligen Buch, in der Bibel, steht, dass es der andere Sohn von Abraham war: Isaak. Gott sandte ein Tier und Isaak wurde gerettet“. Dann fügte ich hinzu: „Viele Jahre später, sandte Gott seinen Boten, den Messias.“ Der Junge fragte: „Wer war das?“ Ich gab zur Antwort: „Gott schickte Isa“. Das Gesicht des Jungen hellte sich auf: „Isa ibn Mariam (Jesus, der Sohn der Maria)“. Begeistert sagte ich: „Genau! Diesen Isa ibn Mariam hat Gott geschickt, um zu sterben, so wie diese Schafböcke. Er starb an deiner Stelle und an meiner statt, damit uns alle Sünden vergeben werden und wir ins Paradies eintreten können, wenn wir das glauben.“ Der Junge hatte das Evangelium gehört, aber nun wollte er weiter gehen. Möge Gott ihn segnen! Wir versuchen die alltäglichen Situationen zu nutzen, um die Gute Nachricht zu erzählen.
Die ganze nächste Woche sind Schulferien wegen Tobaski. Danach starten wir dann in der Sekundarstufe mit Spanischunterricht für Anfänger und machen weiter mit dem, was wir bisher getan haben: Volleyball- und Gitarrenunterricht und Biblischem Unterricht in der Grundschule. Außerdem haben wir jetzt fast alle Sonntage zugeteilt bekommen, um in den verschiedenen Gottesdiensten zu predigen. Aber erstmal kommt Tobaski.









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